Auch die PXLNWS sind nach dieser Woche, in der im mächtigen Land jenseits des Atlantik gewählt wurde, nicht ganz frei von Politik. Die Nicht-Regierungsorganisation Greenpeace legte zum Beispiel einen Bericht zur Effizienz der Ressourcen-Nutzung bei der Produktion von Smartphones vor, der erwartungsgemäß nicht gerade positiv ausfiel. Zudem geht es um das Suchtpotential von Computerspielen, das nach dem Willen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung in Zukunft in die Bewertung der USK einfließen soll. 

Greenpeace legt Bericht zur Effizienz der Ressourcen-Nutzung vor

greenpeace_logoUmweltschäden, die in der Produktion von Waren entstehen, sorgen ökonomisch gesehen für ein Problem: Sie verursachen Kosten, die der Verursacher selber nur selten zu tragen hat. Diese müssen also in der Produktion nicht einkalkuliert werden, wodurch das Produkt günstiger angeboten werden kann, als es eigentlich sein müsste. Die Folge: Mehr und mehr Waren werden auf diese Art hergestellt, worunter die Umwelt leidet. Der Staat versucht nicht selten, einen ökonomischen Anreiz zum Umweltschutz künstlich zu erschaffen. Förderprämien für umweltschonende Technologien können genauso zu den Instrumenten gehören wie Abgaben auf weniger umweltfreundliche Produkte.

Auch Nicht-Regierungsorganisationen machen immer wieder auf Probleme mit dem Umweltschutz aufmerksam und versuchen durch Lobby-Arbeit, dass Thema auf die politische Agenda zu setzen. In der vergangenen Woche legte die NGO Greenpeace einen Bericht vor, der die Schäden behandelt, die durch die Produktion und Nutzung von Smartphones entstehen. Der rund 80 Seiten lange Bericht (die Kurzzusammenfassung ist hier zu finden) listet eine ganze Reihe an ökologischen und sozialen Problemen auf, die mit der Produktion von Hightech-Geräten einhergehen.

So werde die Umwelt bei der Gewinnung von wichtigen Rohstoffen sowie bei der unsachgemäßen Entsorgung der gebrauchten Geräte belastet. Hinzu kommt laut Greenpeace ein hoher Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion von Smartphones und Tablets. Auch die sozialen Folgen werden in dem Bericht thematisiert. In der Demokratischen Republik Kongo gebe es beispielsweise Warlords, die ihre Aktivitäten mit den Erlösen aus dem Verkauf seltener Materialien finanzierten. In der Montage und Verarbeitung hätten die Angestellten zudem häufig unter schlechten Arbeitsbedingungen zu leiden.

Ein Grund für all diese Probleme sieht Greenpeace in der kurzen Nutzungsdauer der Smartphones. Meist würden diese nach maximal drei Jahren durch ein neueres Modell ersetzt, obwohl sie nicht defekt seien. Kurze Innovationszyklen, Produktwerbung und die Verträge der Provider, die alle 12 beziehungsweise 24 Monate ein neues Smartphone anbieten, begünstigten laut Greenpeace diese Entwicklung. Diese Liste könnte um die fehlenden Software-Updates ergänzt werden: Sie sorgen nicht nur dafür, dass aktuelle Apps unter Umständen nicht installiert werden können, sondern machen das Handy außerdem zu einem echten Sicherheitsrisiko. Nutzer, die aktuelle Software nutzen wollen, werden so fast gezwungen, sich ein neues Modell zuzulegen.

In ihrem Bericht zeigt die Nicht-Regierungsorganisation zudem Lösungen auf, die die negativen sozialen und ökologischen Folgen der Smartphone-Produktion eindämmen sollen. Zum Beispiel sollten sich Unternehmen an den Leitprinzipien zum Schutz der Menschenrechte in der Wirtschaft der Vereinten Nationen orientieren, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Auch Verbesserungen beim Einsatz von Energie, Wasser und Chemikalien sowie der Boykott nicht-nachhaltig geförderter Rohstoffe sind Bestandteil des Maßnahmenkatalogs von Greenpeace. Mit Industriepartnerschaften sollte zudem die nachhaltige Produktion gefördert werden. Durch ein verbessertes Recycling könnten die wertvollen Rohstoffe alter Smartphones und Tablets wiederverwertet werden, was die Vorkommen an Metallen und seltenen Erden schützen würde.

Eine der wichtigsten Forderungen der NGO setzt an einem Punkt an, den viele Hersteller verhindern zu wollen scheinen: Der langen Nutzungsdauer. Greenpeace fordert in dem Bericht, die wichtigsten Komponenten wie Akku, Display oder Arbeitsspeicher austauschbar zu gestalten. Dies würde nicht nur Reparaturen deutlich vereinfachen, sondern auch die Nutzungsdauer verlängern. Voraussetzung dafür sei aber, dass diese Modularität nicht auf Kosten der Haltbarkeit der einzelnen Komponenten gehe.

Drogenbeauftragte fordert USK-Prüfung des Suchtpotentials von Computerspielen

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Bild: Pixabay

Videospiele sind ein recht junges Medium, das erst ab den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts langsam an Bedeutung gewann. Noch dazu ein kommen diese recht komplex daher: Keine anderes Medium vereint Bestandteile aus Literatur, Musik und Film in sich und lässt den Spieler dazu noch aktiv ins Geschehen eingreifen. Kein Wunder, dass Videospiele immer wieder kritisch beäugt werden.

Vor allem die Gewaltdarstellungen in Spielen lösten immer wieder Debatten aus. Kritiker der so genannten „Killerspiele“ fürchteten, die Nutzer würden durch diese zu aggressivem Verhalten angeregt. Die Hemmschwelle zum Einsatz tatsächlichen Gewalt würde nach Meinung einiger durch die virtuelle Gewalt in Videospiele herabgesetzt. Obwohl wissenschaftlich hoch umstritten, heizte die These die Debatte weiter an, ehe sie Mitte der 2000er Jahre ihren Höhepunkt erreichte.

Inzwischen scheint diese „Killerspiel“-These überholt. Selbst, nachdem auf dem PC des Amokläufers von München Ego-Shooter gefunden worden waren, flammte die Debatte nur kurz wieder auf. Angesichts der wichtigeren Frage, wie der Täter an die sehr reale Waffe gelangen konnte, wurden die virtuellen „Killerspiele“ als lächerlicher Erklärungsversuch abgetan.

Neben der vermeintlichen Begünstigung von Gewalt sahen sich die Computerspiele lange Zeit mit einem weiteren Vorwurf konfrontiert: Dem Fördern von Sucht. Viele Spiele verfügen über geschickt implementierte Mechaniken, die den Nutzer möglichst lange im Spiel halten sollen. Marlene Mortler (CSU), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, sieht die Gefahr, dass diese „Spielsucht“ zum Massenphänomen werden könnte. Die USK, die Software anhand der Gewaltdarstellungen bewertet und freigibt, solle in Zukunft auch die Suchtgefahr in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Sie müsse klären, ob und wenn ja wie stark ein Spiel potentiell abhängig mache. Mortler sieht vor allem das Genre der Strategie- und Rollenspiele kritisch. Dort werde der Spieler für langes Spielen belohnt, während jede Minute außerhalb des Spiels bestraft werde.

Unklar ist, ob und wie sich das Suchtpotential überhaupt messen und in die Altersfreigabe einbeziehen lässt. Schließlich hängt dies nicht unwesentlich von den persönlichen Vorlieben ab. Wer mit Rollenspielen nichts anfangen kann, wird auch durch das raffinierteste Belohnungs- und Bestrafungssystem nicht süchtig. Auch die USK selber sieht den Vorschlag der Drogenbeauftragten kritisch. Geschäftsführer Felix Falk sagte Spiegel online: „Für die Probleme exzessiver Nutzung kann das keine Lösung sein. Das ist stark von individuellen Faktoren abhängig, etwa vom sozialen Umfeld.“ Der Bundesverband interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) warf Mortler vor, die Funktion der Altersfreigaben nicht erkannt zu haben. Sie seien keine „pädagogische Empfehlung“.

Facebook erklärt Millionen Nutzer versehentlich für tot

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Facebook erklärte letzte Woche viele Nutzer versehentlich für tot. Bild: Facebook

In Zeiten des Internets hinterlassen Verstorbene neben ihrem analogen oft auch einen digitalen Nachlass. Die zahlreichen Konten und Profile, mit denen der Tote im Netz unterwegs war, bleiben auch nach dem Tod bestehen. Dass die Facebook-Chronik eine Erinnerung ist, die den Hinterbliebenen helfen kann, Trost zu finden, hat das Soziale Netzwerk schon lange erkannt. Bereits seit 2012 lässt sich ein Profil auf Wunsch in einen Gedenkzustand versetzen, in dem sich niemand mehr in den Account einloggen, Freunde und Verwandte aber weiterhin Beiträge posten können.

Vergangene Woche unterlief Facebook im Zusammenhang mit dieser Funktion ein skurriler Fehler. Rund zwei Millionen Nutzer – unter ihnen Gründer und CEO Mark Zuckerberg – wurden kurzzeitig für tot erklärt. „Wir hoffen, die Menschen, die Mark lieben, finden Trost in den Dingen, die hier geteilt werden, um an ihn zu erinnern und sein Leben zu feiern“, war auf dem Profil des Facebook-Chefs zu lesen. Das Unternehmen sprach von einem „schrecklichen Fehler“ und bat die Nutzer um Entschuldigung. Was der Auslöser für die ungewollten Posts war, erklärte das Soziale Netzwerk nicht. Laut der britischen Zeitung „The Guardian“ sollte eigentlich der Gedenktext der Accounts tatsächlich verstorbener Nutzer geändert werden. Dabei wurde dieser versehentlich auf den Profilen lebendiger Nutzer eingeblendet.

Video der Woche

Das Video der Woche stammt dieses Mal von LowRezHD. Auf seinem empfehlenswerten Kanal nimmt der YouTuber die Neuerscheinungen auf dem Markt der Videospiele genauer unter die Lupe. In seinem neusten Video wirft er einen Blick auf den Singleplayer von Battlefield 1 und klärt die Frage, ob sich auch dieser in Schottern oft sträflich vernachlässigte Modus lohnt.

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Über den Autor

Hallo, ich heiße Julius und bin 19 Jahre alt. Ich bin immer auf der Suche nach neuen interessanten Apps und schreibe hier beim PXLMAG vor allem über Selbige. Aber auch über andere Themen rund um Technik, die mich interessieren, finden hier ihren Platz.