Zwei Jahre – so lange soll es nach Huawei noch dauern, bis das Unternehmen Apple auf Platz zwei der erfolgreichsten Smartphonehersteller der Welt ablöst. Mit dem in dieser Woche vorgestellten Mate 9 könnte der chinesische Hersteller einen weiteren Schritt in diese Richtung getan haben. Weitere Themen dieser PXLNWS sind der Skandal rund um die Browsererweiterung „Web of Trust“ und die Vorstellung Microsoft Teams, das Slack Konkurrenz machen will. 

Huawei stellt das Mate 9 vor

HuaweiDer chinesische Hersteller Huawei fiel in der vergangenen Woche mit einer großen Ankündigung auf. In zwei Jahren, so Richard Yu, Chef der Huawei Device Sparte, werde das Unternehmen Apple überholt haben und somit den zweiten Platz hinter Samsung in der Liste der erfolgreichsten Smartphone-Hersteller einnehmen. An Samsung scheint trotz des Note7-Debakels in näherer Zukunft kein Vorbeikommen zu sein. Die Geräte der Galaxy-Reihe verkaufen sich nach wie vor sehr gut.

Ein weiteren Schritt in diese Richtung ging Huawei mit dem Mate 9, das mit dem knapp sechs Zoll großen Bildschirm eindeutig zur Kategorie der Phablets zählt. Die Display-Auflösung liegt wie beim Vorgänger weiterhin bei Full-HD, was einer Pixeldichte von 373 dpi entspricht. Im Vergleich zum Mate 8 aus dem letzten Jahr wurde vor allem unter der Haube aufgerüstet, um mit der High-End Konkurrenz von Apple, Samsung und Co. mithalten zu können. Als Prozessor kommt der hauseigene Kirin 960 zum Einsatz – ein octa-core mit je vier mal 2,4 GHz und 1,8 GHz. Unterstützt wird dieser von der ARM Mali G71-Grafikeinheit sowie vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Hinzu kommen 64 Gigabyte an internem Speicher, der per MicroSD-Karte erweitert werden kann. Der 4000 mAh starke Akku soll zudem für eine lange Laufzeit sorgen. Schon im letzten Jahr zählte dies zu den großen Stärken des Geräts.

Wie schon beim Huawei P9 dient auch hier die Kamera als Verkaufsargument. Sie entstand ebenfalls in Kooperation mit Leica und ist auf der Rückseite gleich in zweifacher Ausführung zu finden. Während der schwarz-weiß-Sensor nun mit 20 Megapixeln aufnimmt, verbleibt der Farbsensor unverändert bei 12 Megapixeln. Ähnlich wie beim iPhone 7 Plus soll die Technik vierfachen Zoom ermöglichen, ohne die Qualität der Fotos zu beeinträchtigen. Auch der Fokus lässt sich aufgrund der beiden Linsen nachträglich verändern. Erstmal sind im Videomodus Aufnahmen in 4k möglich – eine wichtige Neuerung, um das Mate 9 als Foto- und Video-Handy zu positionieren. Neben den Kameras findet sich auf der Rückseite ein Fingerabdrucksensor, der neben dem Entsperren des Geräts auch Wischgesten zur Bedienung unterstützt.

Huawei hat es geschafft, sein Image in wenigen Jahren entscheidend zu verbessern. Noch vor ein paar Jahren war das Unternehmen als Hersteller billiger Plastik-Phones verschrien und trug dazu bei, dass der Ausdruck „China-Phones“ fast zum Schimpfwort wurde. Mit einer Kombination aus guter Hardware und edeln Materialen entwickelte sich der Konzern Schritt für Schritt weiter. Eine Strategie, die auch von den Käufern belohnt wurde: Inzwischen ist Huawei der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Und das soll, wenn man den Ankündigungen der letzten Woche Glauben schenken darf, noch lange nicht alles gewesen sein.

Spät die Browsererweiterung „Web of Trust“ ihre Nutzer aus?

Nutzerdaten gehören zu den wichtigsten Währungen des Internets. Wer weiß, auf welchen Seiten sich ein Kunde herumtreibt, für welche Produkte er sich interessiert oder welches Sport-Team er anfeuert, der kann genau auf diesen Nutzer zugeschnittene Werbung schalten. Tracking ist also nichts Neues – und trotzdem umstritten. Zahlreiche Addons und Adblocker versprechen, Nutzer vor diesem Tracking zu schützen und werden mit Downloads belohnt.

Der Bundesverband digitale Wirtschaft kennt die Skepsis, die dieser Form der Werbung entgegenschlägt. Der Verein, der sich als Interessenverband digital aktiver Unternehmen versteht, wird nicht müde zu betonen, dass für die Werbung keine Personalisierung der Daten notwendig sei. Dubiose Datenhändler, deren Datensätze Rückschlüsse auf den Nutzer zuließen, brächten die Branche immer wieder in Verruf und machten eine deutliche Distanzierung notwenig.

In der vergangenen Woche wurde ein weiterer Fall bekannt, der beim bereits 1995 gegründeten Verein sicherlich keine Begeisterung auslöste. Das ARD-Magazin Panorama berichtete über Browsererweiterungen, die den Verlauf des Nutzers speicherten und an Zwischenhändler verkauften. Im Zentrum der Recherche stand die Erweiterung „Web of Trust“. Sie bewertet die Sicherheit von Seiten anhand eines Ampelsystems auf Basis von Nutzerwertungen. „Web of Trust“ zeigt die Sicherheit einer Seite schon in den Google-Suchergebnissen und warnt Nutzer mit einer Meldung vor unsicheren Seiten.

Der Vorwurf des Panorama-Beitrags: Die Erweiterung soll Daten speichern und verkaufen, die Rückschlüsse auf die Identität der Person zulassen. Auf Servern im Ausland hinterlegt „WoT“, wann und wo ein Nutzer welche Seite besuchte. Dieses Vorgehen ist tatsächlich auch in den Datenschutzbestimmungen der Erweiterung aufgeführt. Die Macher sehen darin „nicht persönliche, nicht identifizierbare Informationen“, die an Werbekunden oder andere Händler weitergegeben werden könnten. Den ARD-Journalisten war es allerdings gelungen, diese Daten bestimmten Personen zuzuordnen. Unter ihnen sollen sich auch Personen des öffentlichen Lebens befunden haben, deren Identität beispielsweise anhand von online bestellten Flugtickets nachvollzogen werden konnte.

„Web of Trust“ teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, dass man die Fälle prüfen und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen einleiten wolle. Egal, ob es sich tatsächlich um einen Fehler handelt oder die Erweiterung mutwillig nicht-anonyme Datensätze verkauft – dem Image von „WoT“ dürfte dies nicht wirklich zuträglich gewesen sein. Mozilla und Google reagierten bereits und entfernten die Erweiterung aus den jeweiligen Stores. Mit seinem Vorgehen dürfte „Web of Trust“ das Vertrauen in gleich zwei Branchen erschüttert haben. Browser-Erweiterungen könnten nun unter Generalverdacht stehen, den Nutzer für Werbezwecke auszuspionieren. Und auch die Werbebranche, die auf Tracking angewiesen ist, wird in Mitleidenschaft gezogen.

Konkurrenz für Slack? – Microsoft stellt „Teams“ vor

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Mit „Teams“ will Microsoft Slack Konkurrenz machen. Bild: Microsoft

Der E-Mail als Haupt-Kommunikationstool in Unternehmen wurde schon häufig der Tod vorausgesagt. Trotzdem gibt es immer noch viele, die ihr Mail-Programm öffnen, um Informationen mit Kollegen auszutauschen. Dies bringt einige Probleme mit sich. Mails mit wichtigen Infos gehen im Postfach unter oder nerven Mitarbeiter, die durch einen versehentlichen Klick auf „Allen antworten“ plötzlich Mails bekommen, die sie nicht interessieren. Gefolgt von jede Menge Bitten, einen doch wenn möglich aus dem CC zu nehmen – natürlich ebenfalls adressiert an alle.

Kein Wunder, dass Dienste, die die Kommunikation in Unternehmen erleichterten wollen, bereits seit Jahren erfolgreich sind. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich Slack, das sich kein geringeres Ziel als die Ablösung der Mails zur Aufgabe gemacht hat. Konkurrenz bekommt das hoch bewertete Start-Up nun von Microsoft, das mit dem wenig kreativ „Microsoft Teams“ genannten Tool ebenfalls die Kommunikation in Teams erleichterten will. „Teams“ basiert auf Chats in Teams oder privat mit anderen Nutzern, die wie bei Slack in verschiedene Kanäle für verschiedene Themen unterteilt werden können. Zudem sind Verknüpfungen mit Office 365-Produkten oder Anwendungen Dritter möglich.

Im so genannten Teamwork-Hub lassen sich weitere Office-365-Anwendungen integrieren. So kann man Videochats oder Sprachanrufe durchführen und auf gemeinsame Dokumente zugreifen, ohne „Microsoft Teams“ dafür verlassen zu müssen. Da in solchen Chats durchaus sensible firmeninterne Themen behandelt werden können, legt Microsoft besonderen Wert auf Sicherheit. Verschlüsselte Daten und eine Multifaktor-Authentifizierung für jeden Nutzer sollen für unbefugtem Zugriff schützen. „Microsoft Teams“ wird ausschließlich in Bezahl-Abos verfügbar sein. Es richtet sich an Business-Kunden, die bereit sind, für den Dienst auch zu zahlen. Konkurrent Slack lässt sich in kleineren Teams auch kostenlos nutzen; lediglich für einige Premium-Features muss gezahlt werden.

Video der Woche

In der letztwöchigen Ausgabe der PXLNWS nahmen die neuen MacBook Pros von Apple einen nicht unwesentlichen Teil der News ein. Mit der Reduzierung auf zwei respektive vier Thunderbolt 3-Anschlüsse, für die bis auf die Kopfhörerbuchse alle anderen Eingänge weichen mussten, löste Apple durchaus kontroverse Debatten aus. Kann das MacBook Pro seinem Anspruch, das perfekte Gerät für professionelle Anwender zu sein, noch immer gerecht werden, wenn man für nahezu alles einen Adapter braucht? Dieser Frage geht der US-Tech-YouTuber Austin Evans in seinem Video nach. Er wirft einen genauen Blick auf das Gerät und berichtet, ob das 13“ Modell ohne touch bar sein Geld auch wirklich wert ist.

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Über den Autor

Hallo, ich heiße Julius und bin 19 Jahre alt. Ich bin immer auf der Suche nach neuen interessanten Apps und schreibe hier beim PXLMAG vor allem über Selbige. Aber auch über andere Themen rund um Technik, die mich interessieren, finden hier ihren Platz.