OnePlus kündigte in der vergangenen Woche überraschend ein neues Smartphone an. Das OnePlus 3T soll nicht nur eine Verbesserung gegenüber des Vorgängers sein, sondern diesen sogar komplett ersetzen. Außerdem geht es in diesen PXLNWS um Facebook, das sich auf der Suche nach einer effektiven Waffe gegen Falschmeldungen schwer tut. 

Facebook-Mitarbeiter gründen Task-Force gegen Falschmeldungen

FacebookLogo

Bild: Facebook

Die Stimmen der US-Wahl waren noch nicht einmal fertig ausgezählt, da begannen bereits die Fragen nach den Gründen für Trumps Sieg. Niemand schien mit diesem Fall gerechnet zu haben, am wenigsten die vielen Umfrageinstitute, von denen die meisten Hillary Clinton noch am Wahlabend eine Gewinnchance von 75 Prozent zugerechnet hatten. Mehrere der „Trump-Faktoren“ waren offenbar massiv unterschätzt worden – welche, konnte keiner so genau sagen. Der Republikaner fiel im Wahlkampf durch beleidigende, sexistische und rassistische Äußerungen auf und versprach den Amerikanern Maßnahmen, die sich bei genauerem Hinsehen oft als völlig unrealistisch herausstellten. Gewählt wurde er trotzdem. Schnell kam die entscheidende Frage auf: Wie konnte das nur passieren?

Einen der Gründe für den Trump-Sieg schienen viele in der digitalen Welt ausgemacht zu haben: Facebook habe durch sein zu zaghaftes Vorgehen gegen Falschmeldungen die Wahl massiv beeinflusst. So genannte Fake-News, die Clinton in ein schlechtes Licht rückten, seien von einigen Seiten gezielt verteilt worden. Sie wurden oft geteilt, kommentiert und geliket – und so zum Liebling des Facebook-Algorithmus, der nichts lieber sieht als Beiträge mit hoher Interaktionsrate. Dadurch seien diese Falschmeldungen sichtbarer gewesen als andere Beiträge. Sie würden zu tausenden in andere News-Feeds gespült und weiter verbreitet – so zumindest die Annahme der Facebook-Kritiker.

Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg hält unterdessen wenig von der Idee, sein Soziales Netzwerk könnte den Ausgang der Wahl beeinflusst haben. Im Interview mit „Buzzfeed“ tat er diesen Vorwurf als „ziemlich absurde Idee“ ab und behauptete, dass lediglich ein Prozent der auf Facebook verbreiteten Inhalte Falschmeldungen seien. Bereits vor zwei Jahren führte das Soziale Netzwerk eine Option ein, mit der falsche Beiträge als solche markiert werden können. Anders als bei Posts, die gegen die Community-Richlinien verstoßen, werden diese allerdings nicht überprüft und gegebenenfalls gelöscht. Häufige Meldungen führen lediglich dazu, dass der Algorithmus den Beitrag niedriger einstuft und somit weniger häufig anzeigt. Nach den US-Wahlen wurden solchen „Fake-Seiten“ zudem die Möglichkeiten zur Monetarisierung entzogen, was allerdings keinen Einfluss auf die Sichtbarkeit der Posts haben soll.

Einer Gruppe von anonymen Facebook-Mitarbeitern gehen diese Maßnahmen offenbar nicht weit genug. Sie sollen sich zu einer inoffiziellen Task-Force zusammengeschlossen haben, die Vorschläge gegen die massenhafte Verbreitung von Falschmeldungen ausarbeiten will. Diese würden dann dem Management unterbreitet werden, dass bis vor kurzem nichts von der Aktivität der Gruppe gewusst haben soll.

Offenbar ist der Plattform entgegen der Aussagen ihres Chefs schon länger bewusst, dass sie ein Problem mit falschen Inhalten hat. Bereits im Mai, also lange vor der US-Wahl, sei ein Testlauf gestartet worden, in dem ein Algorithmus mutmaßlich falsche Inhalte stärker herausfilterte. Das Problem: Überdurchschnittlich häufig ließt dieser konservative Beiträge verschwinden, die Falschmeldungen statistisch öfter verbreiteten als andere Seiten. Facebook hätte sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, eine politische Richtung zu bevorzugen. Und das will Zuckerberg nicht, der stets betont, dass sein Netzwerk politisch neutral und erst recht kein Medienhaus sei: Publizistische Inhalte gerne, publizistische Verantwortung lieber nicht.

Facebook ist mächtig. Dieser Fakt steht fest; unabhängig davon, ob das Netzwerk nun die US-Eahl beeinflusst hat oder nicht. Es ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle für Nachrichten und versteht sich als Plattform auf der diese nicht nur geteilt, sondern sogar selber publiziert werden können. Bereits seit einiger Zeit können Medienangebote oder Einzelpersonen auf Facebook über die „Instant Articles“ Inhalte direkt auf der Plattform bereitstellen. Facebook behält einen Teil der Einnahmen ein und zählt ähnlich wie YouTube einen Anteil an die Produzenten aus. Nimmt man die Filterung der Inhalte durch den Algorithmus hinzu – ein Job, den sonst die Redaktionen der jeweiligen Portale übernehmen – könnte man also durchaus Argumentieren, dass Facebook vom Status eines Medienhauses nicht so weit entfernt ist, wie es Mark Zuckerberg gerne behauptet. Eine Strategie, wie es mit dieser Macht umgehen soll, scheint Facebook nicht zu haben. Vielleicht ist diese noch nicht mal allen wirklich bewusst. (jk)

Handy-Verbot am Steuer soll deutlich ausgeweitet werden

Technische Neuerungen können für absurde gesetzliche Regelungen sorgen. Während die Benutzung eines handys am Steuer ausdrücklich untersagt ist, ist dies bei Tablets oder E-Book-Readern nicht eindeutig geregelt. In der Straßenverkehrsordnung (StVO) heißt es lediglich: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ Diese Formulierung stammt aus einer Zeit, in der Handys noch mehrere Kilos wogen und nennt somit keine andere Geräte explizit.

Verkehrsminister Dobrindt will das Handy-Verbot am Steuer nun ausweiten und die StVO damit an die neuen Entwicklungen anpassen. Künftig soll die Nutzung von Smartphone, Tablet, E-Book-Readern und Videobrillen genauso untersagt sein wie das Tippen von SMS oder das Abrufen der E-Mails. Andere Technik, die den Fahrer weniger stark ablenkt oder ihn sogar unterstützt, bleibt weiterhin explizit erlaubt. Vorlesefunktionen, Sprach-Steuerung oder Head-Up-Displays dürfen somit weiterhin während der Fahrt genutzt werden.

„Ablenkung ist eines der größten Unfallrisiken, dass vermeidbar und unnötig ist“, begründete der Minister seinen Vorstoß. Und tatsächlich können Smartphone, Tablet und Co. stark vom Verkehrsgeschehen ablenken. Wer bei Tempo 100 nur eine Sekunde lang abgelenkt ist, legt rund 27 Meter im Blindflug zurück. Wie gefährlich Ablenkungen aller Art sein können, zeigt eine Studie des Virgina Tech Transportation Institutes (VTTI). Die Forscher statteten mehr als 3500 Fahrzeuge mit Kameras und Sensoren aus, die Daten sammelten. Ganze 88 Prozent der Unfälle, die von den Probanden im Zeitraum der Studie verursacht worden waren, konnten auf menschliches Versagen zurückgeführt werden. Ablenkungen, zum Beispiel durch andere Mitfahrer oder eigene Tätigkeiten, waren in gut 68 Prozent der Fälle eine der Unfallursachen. Gut vier der insgesamt elf Millionen Unfälle, die jedes Jahr in den USA passieren, hätten nach Meinung der Forscher ohne Ablenkungen vermieden werden können. (jk)

OnePlus 3T bringt kleinere Verbesserungen

Etwas mehr als 130 Tage nach der Vorstellung des OnePlus 3 bringt der chinesische Smartphone-Hersteller einen Nachfolger auf den Markt. Der Nachfolger heißt unspektakulär OnePlus 3T und bringt weniger signifikanten Neuerungen, sondern vielmehr kleinere Verbesserungen. Das Gerät wird in den Farben Gunmetal und Soft Gold ab dem 29. November 2016 erhältlich sein. Für 439 Euro bekommt man die 64 GB Version, 128 GB Speicherplatz gibt’s für 479 Euro.

Äußerlich ist das OnePlus 3T komplett identisch zum OnePlus 3. Im Homebutton ist auch nach wie vor ein Fingerabdrucksensor integriert. Veränderungen gibt es nur im Inneren des High-End-Smartphones. Das 5,5″ AMOLED-Display löst weiterhin in 1080p mit 401ppi auf und auch der Arbeitsspeicher von 6 GB erhielt keine Aufbesserung. Spannend wird es erst beim Prozessor: OnePlus verbaut hier den neuen Snapdragon 821 mit vier Kernen – davon sind zwei mit 2,35 GHz getaktet. Bei der Grafikeinheit setzt man weiterhin auf die Adreno 530 GPU. Das Gerät bekommt außerdem etwas mehr Akkukapazität spendiert – statt einer Akkukapazität von 3000mAh bietet OnePlus nun sogar 3400mAh, wodurch das Gerät nun etwas länger durchhalten sollte. Zwei Tage Akkulaufzeit werden aber dennoch wohl kaum möglich sein. Dank Fast-Charging lässt sich der Akku aber immerhin schnell wieder aufladen.

Die rückseitige Hauptkamera lies man unverändert, sie löst weiterhin mit 16 Megapixel auf. Lediglich die Bildstabilisierung soll optimiert worden sein. Die verbesserte Frontkamera hingegen dürfte hauptsächlich Selfie-Knipser begeistern. Hier wechselte man beim Sensor von Sony auf Samsung, die Auflösung beträgt nun auch auf der Vorderseite 16 Megapixel. Auf dem OnePlus 3T läuft OxygenOS, das immer noch auf Android 6.0.1 Marshmallow basiert. Warum OnePlus auf das veraltete Android-OS setzt, und nicht gleich auf Android Nougat, ist uns nicht klar. Ein Update wäre definitiv angebracht gewesen. Als einer der wenigen Hersteller setzt OnePlus im 3T wie schon im Vorgänger auf den UBS-Type-C Anschluss. Dieser bietet allerdings kein „echtes“ USB-Type-C, sondern ist mit USB 2.0 angeschlossen. Und ja, einen Kopfhöreranschluss gibt es auf der Unterseite auch!

Zusammengefasst bietet das OnePlus 3T vor allem beim Prozessor und beim Akku Verbesserungen. Die neue 16 Megapixel Frontkamera sowie der mit 128 GB deutlich größere Speicher dürften allerdings nur eine begrenzte Zielgruppe wirklich begeistern. Da der Verkauf des OnePlus 3 nun eingestellt werden soll, bleibt den Käufern allerdings keine andere Wahl, als zum Nachfolger zu greifen. Mit 439 Euro Einstiegspreis für die 64 GB Version ist das OnePlus 3T etwas teurer. Der Aufpreis von knapp 40 Euro gegenüber dem Vorgänger sollte allerdings kaum jemanden davon abhalten, sich das OnePlus 3T zu kaufen. Es ist weiterhin ein günstiges Smartphone mit High-End-Austattung sowie einer ordentlichen Verarbeitung. Im Hinterkopf behalten sollte man allerdings bei einem Kauf die Problematik mit OnePlus‘ schlechtem Support. (fk)

Video der Woche

Das Video der Woche stammt dieses Mal von Casey Neistat. Er widmet seinen kompletten Vlog dem 15“ MacBook Pro mit touch bar. Für ihn als Filmemacher/YouTuber ist der Computer nach der Kamera das zweitwichtigste Tool. Enttäuscht von Apples angeblichem „Supercomputer“ – dem vollausgestatteten Mac Pro -verlagerte Casey seine Schnittarbeit auf ein MacBook Pro. Als Videoproduzent passt er perfekt in die von Apple anvisierte Zielgruppe der Kreativen, der man eine Arbeitsmaschine bieten möchte. In seinem Testbericht, der eher ein erster Eindruck ist, erzählt der New Yorker, wie gut das neue, fast voll ausgestattet MacBook Pro tatsächlich ist.

Zudem kündigte Casey in einem zweiten Video an, sein Vlog-Projekt beenden zu wollen. Was im März 2015 mit Videos aus seinem Urlaub begann, endet nun in seinem simpel aber wahrheitsgemäß „i’m ending the vlog“ benannten Clip. Die täglichen Videos hätten schon vor rund sechs Monaten aufgehört, die kreative Herausforderung zu sein, als die sie ursprünglich gestartet waren. Stattdessen seien sie mit der Zeit zur Routine geworden. Casey wolle sich nach neuen Herausforderungen umsehen und sich weiterentwickeln, anstatt sich auf dem YouTube-Erfolg auszuruhen.  Der Erfolg seiner Videos und die große Community, die er sich durch diese aufbauen konnte, wolle er als Grundlage für das nutzen, was kommt. Was genau folgen soll, verreit der YouTuber noch nicht. (jk)

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Autoren dieser PXLNWS: Julius (jk), Fabian (fk)

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Über den Autor

Hallo, ich heiße Julius und bin 19 Jahre alt. Ich bin immer auf der Suche nach neuen interessanten Apps und schreibe hier beim PXLMAG vor allem über Selbige. Aber auch über andere Themen rund um Technik, die mich interessieren, finden hier ihren Platz.