Diese Woche stand ganz im Zeichen großer amerikanischer Tech-Firmen. Apple und Microsoft luden beide zu Events und stellten einiges an interessanter (aber auch sehr teurer) Hardware vor. Was genau die Kunden in Zukunft erwarten können, lest ihr in den PXLNWS für diese Woche!

Apple stellt sein neues MacBook Pro vor

Fans der MacBook Pros mit Retina Display mussten lange auf ein Upgrade warten. So lange, dass sich „MacRumors“ auf seiner Kaufberatungsseite gezwungen sah, die Geräte mit einem roten „Don’t Buy“-Schild zu versehen und damit explizit vom Kauf abzuraten. Vergangene Woche frischte Apple auf einem Event die Gerätereihe auf und stellte insgesamt drei neue Modelle vor: zwei in 13’’, eines in 15’’.

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Zwei der drei vorgestellten Modelle kommen mit der Touch Bar (Bild: Apple)

Im Design unterscheiden sich die drei Laptops kaum. Sie wirken wie eine etwas dickere Version des 12’’ MacBooks: Metallgehäuse in verschiedenen Farben, scharfe Kanten und ein einfarbiges (nicht leuchtendes) Apple-Logo auf der Rückseite. Die drei neuen MacBooks sind zudem dünn und leicht, was heutzutage aber auf nahezu alle hochwertige Laptops zutrifft, die sich nicht gerade speziell an Gamer richten.

Wie schon beim iPhone 7 hat Apple auch bei seinen neusten Arbeitsmaschienen eine ganze Reihe an Anschlüssen weggelassen. Neben dem 3,5mm-Klinkenstecker verfügen die Modelle lediglich über vier USB Type-C-Anschlüsse, hinter denen die „Thunderbolt 3“-Technologie steckt. Eigene Eingänge für HDMI, SD-Karten oder den magnetischen MagSafe-Ladestecker gibt es in den neuen Modellen nicht mehr. Die Buchsen können zwar all dies, aber eben meistens nur mit dem entsprechenden Adapter. Apple wird sicherlich eine ganze Palette an Adaptern anbieten, die allerdings sicher nicht ganz günstig sein werden. Damit sind die Käufer sicherlich zukunftssicher aufgestellt, doch aktuell könnte es aufgrund der der vielen benötigten Adapter noch zu umständlich sein, damit wirklich PROfessionell zu arbeiten. Das 13’’ große Modell gibt es mit zwei oder vier Anschlüssen, beim 15’’ Gerät sind immer vier mit an Bord. Immerhin, einen 3,5mm Klinkenstecker für Kopfhörer gibt es weiterhin. Dies erscheint jedoch inkonsequent, setzt Apple doch in seinem neuesten iPhone völlig auf seinen Lightning-Anschluss und Bluetooth-Funktionalität.

Tastatur und Trackpad sind wichtige Bauteile, die über viele Jahre hinweg von einigen Herstellern sträflich vernachlässig wurden. Schließlich sind dies die einzigen Bauteile, mit denen der Nutzer direkt in Kontakt kommt. Veränderungen können hier eine große Umstellung bedeuten, wenn sich Tippen und Scrollen plötzlich anders anfühlen. Bei den neuen MacBooks hat Apple beides verändert. Während das Force Touch Trackpad lediglich größer geworden ist und damit mehr Platz für die bekannten Gesten bietet, setzt Apple in der Tastatur den Butterfly-Mechanismus ein, der auch schon im 12’’ MacBook zum Einsatz kam. Dieser spart Platz, der im Gehäuse nicht allzu großzügig vorhanden ist, und sorgt für einen sehr kurzen Tastenweg. Die neue Tastatur ist sicher nicht jedermanns Sache und erfordert etwas Eingewöhnungszeit, wir sind mal auf die ersten Testberichte gespannt. Alle verbauten Displays verfügen über eine unveränderte Auflösung, sind aber heller, kontrastreicher und decken ein größeres Farbspektrum ab.

Die größte Neuerung ist sicherlich die Touch Bar, die Apple in das 15’’ sowie in das kleinere 13’’ Modell verbaut. Dabei handelt es sich um eine dünne, berührungsempfindliche OLED-Leiste, die sich oberhalb der Tastatur befindet. Sie kann verschiedene Funktionen übernehmen, für die es bei früheren Modellen eine eigene Taste gab. Helligkeit, Lautstärke oder Tastaturbeleuchtung können nun mit der Touch Bar justiert werden. Zudem bringt diese einige zusätzliche Möglichkeiten mit sich. Sie zeigt nicht nur Favoriten im Browser, schlägt beim Tippen Wörter vor und ermöglicht das Entsperren durch Touch ID, sondern lässt sich auch individuell belegen. Vor allem für Medienproduzenten wie Fotografen oder Cutter sollen von der OLED-Leiste profitieren, meint Apple.

Die technischen Daten sowie die Preise der drei grundlegenden Modelle haben wir für euch in einer Tabelle zusammengefasst:

13“ ohne Touch Bar 13“ mit Touch Bar 15“ mit Touch Bar
2,0 GHz Dual-Core Intel Core i5 2,9 GHz Dual-Core Intel Core i5 2,6 GHz Quad-Core Intel Core i7
Intel Iris Graphics 540 Intel Iris Graphics 550 Radeon Pro 450 graphics
8 GB Arbeitsspeicher 8 GB Arbeitsspeicher 16 GB Arbeitsspeicher
256 GB SSD Hauptspeicher 256 GB SSD Hauptspeicher 256 GB SSD Hauptspeicher
1.699 Euro 1.999 Euro 2.199 Euro

 

Die neuen MacBook Pros sind alles andere als günstig. Für ein Modell der neuen Generation müssen mindestens 1700 Euro auf den Tisch gelegt werden, und auch die vermutlich nötigen Adapter können schnell ins Geld gehen. Wer die OLED-Leiste und die damit verbundenen Möglichkeiten ausprobieren möchte, wird gleich mal 2000 Euro los; für das 15’’ Modell werden dann 2700 Euro fällig. Das günstigste Modell kann bereits bestellt werden, die anderen Geräte kommen in zwei bis drei Wochen in die Läden.

Surface Studio, Mixed Reality Brillen und Surface Book i7: Neue Hard- und Software von Microsoft

Auch Microsoft nutzte die vergangene Woche, um neue Hard- und Software vorzustellen. Mehr als zwei Stunden nahmen sich die Redmond Zeit, um der Öffentlichkeit ein ganz besonderes Produkt zu präsentieren.

Surface Studio
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Das Surface Studio ist Microsofts All-in-One PC (Bild: Microsoft)

Das Microsoft Studio ist ein All-in-One PC, der sich vor allem an Mediengestalter richtet. Videoschnitt, Bildbearbeitung, Musikkomposition oder sonstige grafische Arbeiten – das Gerät soll für all diese kreativen Aufgaben besonders gut geeignet sein. Es richtet sich vor allem an Profis, die bereit sind, mindestens 2999 US-Dollar zu zahlen. Das Microsoft Studio ist teuer, bietet dafür aber auch einiges. Herzstück des Geräts ist ein 28’’ großes Touch Screen Display mit einer Auflösung von 4500×3000 Pixeln. Wie in den Surface-Modellen kommt auch hier das 3:2 Format zum Einsatz, dass dem DIN A4-Standard am nächsten kommt und sich für grafische Gestaltung besonders gut eignen soll.

Der Bildschirm ist auf einem Fuß befestigt, wodurch sich Höhe und Winkel justieren lassen. Außerdem sind dort die Anschlüsse und der Stromstecker zu finden. Neben Maus und Tastatur liegen dem Surface Studio auch ein Stift und das so genannte Surface Dial bei. Bei Letzterem handelt es sich um ein rundes Gerät, dass sich drehen lässt und bei Anwendungen zum Einsatz kommt, für die sich die Maus nicht unbedingt eignet. Auf Wunsch kann das Surface Dial auch auf dem Display befestigt werden. Dial soll auch in Kombination mit anderen Geräten funktionieren (allerdings dort nicht auf dem Display), gab Microsoft bekannt.

Es gibt eine ganze Reihe an kreativen Aufgaben, die performante Hardware und viel Speicher benötigen. Ein Videoprojekt in 4K-Auflösung kann schon einmal sehr groß werden und die wichtigen Komponenten beim Rendern beanspruchen. Dementsprechend gute Hardware verbaut Microsoft im Surface Studio, von dem es insgesamt drei Varianten gibt.

Für einen guten Überblick fassen wir für euch auch hier das Wichtigste in einer Tabelle zusammen. Die Taktrate und das genaue Modell der Prozessoren hat Microsoft leider noch nicht verraten.

Einstiegsmodell Mittelklassemodell Topmodell
Intel i5 Intel i7 Intel i7
NVIDIA GeForce GTX 980m NVIDIA GeForce GTX 980m NVIDIA GeForce GTX 980m
8 GB Arbeitsspeicher 16 GB Arbeitsspeicher 32 GB Arbeitsspeicher
1 TB SSD Hauptspeicher 1TB SSD Hauptspeicher 2TB SSD Hauptspeicher
2.999$ 3.499$ 4.199$

 

Surface Book i7
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Das Surface Book i7 ist eine Weiterentwicklung seines Vorgängers (Bild: Microsoft)

Nachdem Microsoft im letzten Jahr das Surface Book der ersten Generation vorgestellt hatte, legten sie in der vergangenen Woche mit einem aktualisierten Surface Book i7 nach. In den entscheidenen Kategorien verbesserte der Konzern seinen Laptop, während Apple diese unangetastet lies.

Prozessor (Intel Core i7 „Skylake“), Grafikeinheit (NVIDIA GeForce GTX 965m) und Akkulaufzeit (bis zu 16 Stunden Videowiedergabe) lesen sich auf dem Papier auf jeden Fall sehr gut. Bei letzterem stellt sich allerdings die Frage, ob Microsoft dieses Versprechen auch wirklich einhalten kann.

Ansonsten folgt das Gerät dem Konzept seines Vorgängers. Das 13,5’’ große Touch Screen Display verfügt über eine Auflösung von 3000×2000 Pixeln, kann von der Tastatur getrennt werden und als eine Art Tablet weiter genutzt werden. Das Design ist ebenfalls fast identisch geblieben; genauso wie die Anschlüsse. Zwei USB 3.0- Eingänge, ein SD-Kartenleser, die 3,5mm Klinkenbuchse, der Mini-Diplayport und Surface Connect sind weiterhin mit an Bord. Im Gegensatz zu Apples neuen MacBook Pro-Modellen knausert Microsoft nicht bei den Anschlüssen.

Das neue Surface Book ist eine Weiterentwicklung des Vorgängers. Nachdem sie mit diesem Laptops nach eigener Aussage „auf ein neues Level gehoben“ hatten, gibt sich Microsoft in diesem Jahr mit punktuellen Verbesserungen der wichtigsten Komponenten zufrieden. Das Surface Book kostet zwischen 1349 Euro Euro für das Einsteiger- und 3299 Euro für das Topmodell.

Mixed Reality-Brillen
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Zusammen mit seinen Partnern bringt Microsoft Mixed Reality Brillen auf den Markt (Bild: Microsoft)

Wenn es um das Thema „Augmented Reality“ geht, kommt vielen die Demo der HoloLens auf der E3 2015 in den Sinn. Die Brille ließ auf einem Tisch eine Minecraft-Welt entstehen und gab damit einen Einblick in die mögliche Zukunft der Technik, die virtuelle Objekte in die reale Welt einblendet.

Doch aktuell ist „Augmented Reality“ noch weit davon entfernt, in den Mainstream vorzudringen. Zum einen ist die Brille noch gar nicht auf dem freien Markt erhältlich, zum anderen wird der Preis den Durchbruch vermutlich nicht gerade begünstigen. Für die Entwicklerversion verlangt Microsoft ganze 3299 Euro.

„Mixed Reality“ – die Mischung aus AR und VR – steht in Redmond ebenfalls hoch in der Prioritätenliste. Mit seinen Partnern Asus, Lenovo, Dell, HP und Acer bringt Microsoft entsprechende Brillen für 299 US-Dollar auf den Markt. Damit sind die gerate wesentlich günstiger als die bisher für den PC verfügbaren Modelle Oculus Rift und HTC Vive. Diese Strategie könnte der Technologie tatsächlich zum Durchbruch verhelfen – wenn auch die Software stimmt. Ansonsten droht der virtuellen Realität ein ähnliches Schicksal wie 3D, das außerhalb des Kinos inzwischen in der Nische verschwunden ist.

Ein Update für „Windows Creators“ liefert neben dem obligatorischen Gaming einen weiteren Anwendungsfall für diese Brillen. Objekte können mit dem Smartphone in 3D eingescannt, in PowerPoint kopiert und durch die Geräte der Partner angesehen werden. Auf dem Event wurde dies mit Hilfe einer eingescannten Sandburg sehr eindrucksvoll präsentiert.


Video der Woche

Das Video der Woche stammt in dieses Mal vom Londoner Filmemacher und YouTuber Ben Brown. Er liefert mit dem knapp sieben Minuten langen Clip den Beweis dafür, dass man auf YouTube nicht in Chicken Wings baden muss, um viele Leute zu erreichen. Mit gutem Content klappt es nämlich auch ganz gut. Schaut es euch einfach an, ihr werdet es nicht bereuen.

Unsere Leseempfehlungen


Wir danken dir fürs Lesen und wünschen einen schönen Wochenstart!

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Über den Autor

Hallo, ich heiße Julius und bin 19 Jahre alt. Ich bin immer auf der Suche nach neuen interessanten Apps und schreibe hier beim PXLMAG vor allem über Selbige. Aber auch über andere Themen rund um Technik, die mich interessieren, finden hier ihren Platz.