Ob in der U-Bahn, in öffentlichen Gebäuden oder in Restaurant – Es ist schwer, durch den Alltag zu kommen, ohne auf enge Eingänge oder Treppen zu treffen. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind – wie zum Beispiel die 1,6 Millionen Rollstuhlfahrer allein in der Bundesrepublik Deutschland – können diese zu einem echten Hindernis werden, das auch bei der Teilnahme am öffentlichen Leben im Weg steht. Hinzu kommt, dass Informationen über die Barrierefreiheit solcher Orte nur sehr schwer zu finden sind. Mit dem Projekt Wheelmap.org und dem MapMyDay am 3. Dezember soll dem etwas entgegengesetzt werden.

Das Projekt lebt von der Community

Wheelmap

Wheelmap.org gibt es auch als App

Die Idee hinter der Website ist einfach. Auf einer interaktiven Karte, die auf der Open-Source-Lösung OpenStreetMap basiert, können Orte wie Restaurants, Cafés oder öffentliche Gebäude als „voll rollstuhlgerecht“, „teilweise rollstuhlgerecht“ oder oder auch „nicht rollstuhlgerecht“ gekennzeichnet werden. Diese werden dann als grüne, gelbe oder rote Markierungen hervorgehoben. Für jeder dieser Kategorien gelten bestimmte Kriterien. Damit ein Ort eine grüne Markierung erhält, muss zum Beispiel eine Rampe oder ein Aufzug vorhanden sein. Zusammen mit Fotos des Ortes soll sich so ein möglichst umfassendes Bild ergeben, das Aufschluss über die Barrierefreiheit bietet und somit Rollstuhlfahrern im Alltag hilft.

Wheelmap.org lebt von der Community. Jeder kann ohne Registrierung mitmachen und bisher noch nicht erfasste Orte mit einer der drei Markierungen versehen. Alles, was man dazu braucht, ist eine Internetverbindung. Vom Markieren profitieren dann im Übrigen nicht nur Rollstuhlfahrer. Auch für Familien mit Kinderwagen oder für ältere Leute, die auf einen Rollator angewiesen sind, kann die interaktive Karte nützlich sein.

Wheelmap.org soll Bewusstsein für das Thema schaffen

Zudem soll Wheelmap.org auch bei nicht mobilätsbeschränkten Menschen dass Bewusstsein für dieses Thema stärken. Dazu werden zum Beispiel Mitmacht-Aktionen, wie der Social Mapping Day für Unternehmen angeboten, an dem die Mitarbeiter einen Tag lang gemeinsam losgehen und Orte in ihrer Umgebung markieren. Auch „Challenges“ wie das Einkaufen im Rollstuhl stehen auf dem Programm. Unterrichtsmaterial für Lehrer, die das Thema im Unterricht behandeln möchten, kann auf der Webseite ebenfalls heruntergeladen werden.

Seit dem Start im Jahr 2010 hat sich Wheelmap.org zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Das Projekt ist inzwischen in 22 Sprachen verfügbar und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt konnten sich die Macher über 600.000 Einträge auf der Karte freuen, monatlich besuchen nach ihren Angaben über 50.000 Menschen Wheelmap.org.

MapMyDay am 3.Dezember

Pressebild1

„Sei die Bewegung!“ lautet das Motto des „MapMyDay“

Zusätzlich zum Internationalen Tag für Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember haben die Macher die weltweite Kampagne „MapMyDay“ ins Leben gerufen. In Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird dazu aufgerufen, die weißen Flecken auf der Karte zu tilgen und Orte in der Nachbarschaft oder auf dem Weg zur Arbeit öffentlich zu kennzeichnen. So sollen nicht nur zahlreiche neue Plätze hinzukommen, sondern auch möglichst viele Menschen auf das Projekt aufmerksam werden.

„Wir bieten eine unkomplizierte Mutmach-Kampagne für das Ziel einer zugänglicheren Welt an. Deswegen haben wir auch das Motto ‚Be the Movement! Sei die Bewegung!‘ gewählt, weil jeder Mensch dazu beitragen kann, mehr Bewegung für Menschen mit Mobilitätseinschränkung zu schaffen!”, so Raul Krauthausen – Aktivist, Autor und Gründer der „Sozialhelden“.Der Verein unterstützt kreative soziale Projekte – und ruft sie auch selber ins Leben: Neben der Wheelmap und dem „MapMyDay“ wurden auch die Aktion „Pfandtastisch helfen“ und das Portal Leidmedien.de über das Internet hinaus bekannt.

Preis: Kostenlos
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Über den Autor

Hallo, ich heiße Julius und bin 19 Jahre alt. Ich bin immer auf der Suche nach neuen interessanten Apps und schreibe hier beim PXLMAG vor allem über Selbige. Aber auch über andere Themen rund um Technik, die mich interessieren, finden hier ihren Platz.