Die Fitness-App Runtastic geriet vor ein paar Monaten in die Schlagzeilen, als Sportartikelhersteller Adidas die Firma hinter dieser für über 200 Millionen Euro übernahm. Was die App „Running Pro“ so drauf hat, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

Keine Angst, so viel Geld wie Adidas müsst ihr natürlich nicht in die Hand nehmen, um die App zu erwerben. Eine etwas abgespeckte Lite-Version von Runtastic gibt es gratis, für die Pro-Version, auf die wir uns hier konzentrieren wollen, werden einmalig 4,99 € fällig. Wie es sich für ein solche Fitness-App gehört, könnt ihr mit Runtastic eure sportlichen Aktivitäten aufzeichnen: Joggen, Wandern, Radfahren, Fußball spielen, Krafttraining und unzähliges mehr. Theoretisch ist hier also für jeden Sportler etwas dabei, in der Praxis sieht das ganze schon etwas anders aus. Während sich Sportarten wie Joggen oder Wandern super aufzeichnen lassen, kommt ihr beim American Football oder Schwimmen ohne zusätzliches Equipment nicht weit. Von den zig Sportarten, die Runtastic beherrscht, funktionieren etliche nur, wenn ihr euch entsprechende Fitness-Tracker dazu kauft. Aber wer die App nur für Aktivitäten wie Laufen oder Wandern nutzen will, sollte hier keine Probleme bekommen.

Schon während der Aktivität zeigt Runtastic in Echtzeit Dauer, Distanz, Kalorien und die aktuelle Geschwindigkeit an. Für die Erfassung dieser Werte benötigt die App übrigens keine mobilen Daten, eine stabile GPS-Verbindung reicht für das Erfassen der Strecke komplett aus. Später in der Zusammenfassung seht ihr noch die min/km, Höhenmeter, Herzfrequenz (wenn ein Tool zum Aufzeichnen vorhanden ist) und sogar den Flüssigkeitsbedarf. Zudem gibt es noch eine Karte, die eure Strecke anzeigt und andere Diagramme und Tabellen, an der alle Freunde der Statistik ihre Freude haben dürften.

Letztere kommen auch im Bereich „Statistik“ auf ihre Kosten: Dort könnt ihr den aktuellen Monat mit dem vorherigen in Punkten wie Distanz, Dauer oder verbrauchten Kalorien vergleichen und mit diesen Daten bei Facebook und Co. gegenüber euren Freunden angeben, wenn ihr sie dort teilt. Alle eure Daten landen übrigens in eurem Profil, dass ihr auf der Runtastic Website einsehen und auf Wunsch sogar öffentlich machen könnt.

Auch die Rangliste und der Newsfeed basieren auf diesem sozialen Aspekt. Dort kann man sich mit Freunden vergleichen und auf dem Laufenden blieben – im wahrsten Sinne de Wortes, denn zu sehen, was die Freunde so machen, kann einen anspornen. Die Rangliste zeigt, wie ihr im Vergleich mit ausgewählten anderen so dasteht und der Newsfeed gibt Aufschluss darüber, welchen Aktivitäten eure Freunde so nachgehen.

Unter dem Punkt Routen könnt ihr neue Strecken – zum Beispiels fürs Radfahren oder Joggen – in eurem Umkreis finden. Das ist ganz cool, wenn ihr mal woanders unterwegs sein wollt oder im Urlaub nach einer Laufstrecke sucht, allerdings lebt dieses Feature von der Communitiy. Wer in einer Region mit wenig anderen Runtastic-Nutzern lebt, hat hier leider Pech gehabt. Natürlich könnt ihr aber auch selber aktiv werden und eure Laufstrecke mit anderen teilen.

Gegen einen Aufpreis bietet die App euch sogar Trainingspläne: Gewichtsreduktion, Marathon (ganz oder halb) , 10 Km Lauf, Einstiegsprogramm für Anfänger oder der Weg zur Bikinifigur – die laut Runtastic von Experten entwickelten Pläne versprechen für jede Herausforderung die richtige Vorbereitung. Und das spiegelt sich auch im Preis wider: Für den Trainingsplan zum Marathon werden beispielsweise 26,99 € fällig. Wer will, kann sich auch an einem Intervalltraining versuchen, das in der App ebenfalls mit an Bord ist.

Hinter dem Punkt „Story Running“ verbirgt sich quasi ein Mini-Hörspiel, das euren Lauf begleitet und euch dabei intuitiv durch ein Intervalltraining führt. Wie das funktioniert? Ist in der Geschichte von einem Sprint die Rede, soll sich der Läufer animiert fühlen, ebenfalls das Tempo anzuziehen. Mit 0,99 € pro Folge sind diese Geschichten aber meiner Meinung nach etwas teuer dafür, dass sie maximal 45 Minuten dauern und schon nach dem ersten Hören abgenutzt sind. Story Running ist insgesamt eine nette Spielerei und mal eine Abwechslung zur Musik, aber nichts, was man unbedingt braucht.

Für alle Hobby-Sportler mit höheren Ambitionen bietet Runtastic übrigens eine Premium-Mitgliedschaft an. Für knapp 50 € jährlich bekommt ihr nicht nur die erwähnten Features Trainingspläne und „Story Running“ ohne weiteren Aufpreis mit dazu, sondern auch einen ausführlichen Fitness-Bericht per Mail, verbesserte Statistiken und eure persönlichen Rekorde als Motivation. Wer sich nicht gleich für ein Jahr festlegen will, kann die Premium-Mitgliedschaft auch erst mal für sechs beziehungsweise drei Monate abschließen, was dann aber entsprechend teurer wird.

Ach ja, und wenn ihr zu denjenigen Sportlern gehört, die mit Brustgurt, Fitness-Uhr und Co. unterwegs sind, dann achtet darauf, dass eure Gadgets auch mit Runtastic kompatibel sind. Ansonsten nutzen sie euch nämlich hier gar nichts. Im Shop bietet die App im Übrigen inzwischen auch eigene Hardware an, wenn ihr in diesem Punkt ganz sicher gehen wollt.

Mit Runtastic bekommt ihr eine gute Fitness-App, die hält, was sie verspricht und eure Aktivitäten zuverlässig aufzeichnet. Bleibt die Frage, warum man für Runtastic 4,99 € ausgeben sollte. Schließlich finden sich viele Features doch auch in kostenlosen Apps und für alles besondere – Stichwort Story Running und Traingspläne – muss noch einmal draufgezahlt werden. Für mich ist es vor allem das gute Gesamtpaket, das Runtastic bietet: es trackt euren Lauf zuverlässig, zeigt euch ausführliche Statistiken, hilft euch, neue Routen zu finden und vernetzt euch mit euren Freunden. All das macht Runtastic zu einer der besten Running-Apps auf dem Markt – oder was meint ihr dazu?

8.3 Fazit

Runtastic Running Pro ist eine gute Fitness-App, die eure Aktivitäten zuverlässig aufzeichnet und mit ihren vielen Funktionen ein rundes Gesamtpaket bietet.

  • Funktionen 9,5
  • Design 8,5
  • Preis 8
  • User Ratings (0 Votes) 0
Teilen

Über den Autor

Hallo, ich heiße Julius und bin 19 Jahre alt. Ich bin immer auf der Suche nach neuen interessanten Apps und schreibe hier beim PXLMAG vor allem über Selbige. Aber auch über andere Themen rund um Technik, die mich interessieren, finden hier ihren Platz.